· 

Der Pfeil in ihrem Rücken

Der Pfeil in ihrem Rücken

 

Worte und Gefühle können tief verletzen. So stark, dass körperliche Beschwerden auftreten, die sich nicht mit normalen Mitteln auflösen lassen.

Wie stark der Geist mit seiner Vorstellungskraft ist, dass Rückenschmerzen plötzlich weg sind, die auf normale Schmerztherapie kaum besser wurden, liest Du in der folgenden Geschichte. 

 

Wie alles begann

 

Barbara* steht mir mit zusammengekniffenem Gesicht gegenüber. Was ist los, frage ich sie. Und da ich sie schon länger kenne und sie im Grunde ein sehr fröhlicher Mensch ist, wundert mich das schon.

Sie habe Rückenschmerzen im oberen Rücken und nein, sie habe sich nicht verdreht oder verlegen. 

 

Auf meinen fragenden Blick erzählt sie mir, dass sie schon seit drei Monaten eine Arzt-Odyssee hinter sich hat. Zuerst war sie beim Physiotherapeuten ihres Vertrauens, der sie massiert hat und „eingerenkt“ hat. 

Leider hat ihr das nichts gebracht. Und da sie auch noch unter zunehmenden Problemen beim Atmen litt, ging sie zu ihrem Hausarzt. 

 

Der untersuchte sie, horchte sie ab und konnte nichts finden, was die Schmerzen verursachen könnte.

Schliesslich überwies er sie an einen Orthopäden. Auch der untersuchte Barbara’s Wirbelsäule und meinte, an den Knochen wäre nichts, vielleicht habe sie sich einen Nerv eingeklemmt.

Daraufhin bekam sie einen Spritzencocktail, der ihre Schmerzen erst einmal betäubte, ein paar Tage später wiederholte er die Prozedur.

Von Dauer war das leider auch nicht, der Schmerz und die Probleme beim Lufthüllen vergingen nicht.

Das war also die Situation, als wir uns trafen.

Wir setzten uns zusammen und ich liess mir von ihr berichten, wann das Ganze angefangen hatte …

  

In Trance dringen wir zur Ursache vor

 

Sie setzt sich in den weichen Ledersessel, stopft sich vorsichtig ein Kissen in den Rücken und lehnt sich zurück. Bei den Beinen helfe ich ihr, damit sie die auf dem Hocker ablegen kann und lege vorsichtig eine kuschelige Decke über ihre Beine. 

Vorsichtig rutscht Barbara noch ein wenig im Sessel hin und her, bis sie die bequemste Position für sich gefunden hat.

Unter meiner Anleitung geht sie auf eine Reise zurück bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beschwerden angefangen haben.

Dort war erst einmal nichts ungewöhnliches und zusammen gingen wir in der Zeit noch ein wenig weiter in die Vergangenheit.

Gelandet sind wir drei Tage vor Beginn ihres Schmerzes …

 

Die Türklingel läutet Sturm. Meine Güte, wer hat es denn so eilig, denkt Barbara, während sie zur Haustür eilt. Sie öffnet und ihre Gesichtszüge erstarren.

„Was willst Du denn hier?“

Es ist ihr Ex, der wieder einmal Geld von ihr fordert. „Ich kann dir nichts mehr geben.“ sagt sie mit gepresster Stimme „ich brauche selbst noch etwas diesen Monat…“.

 

Die Worte und die Wut, die er ihr hinterher schleudert als sie die Tür schliesst, wiederholt sie nicht. Aber sie treffen sie wie Pfeile in die Brust. 

Einen Moment bekommt sie keine Luft, dann setzt der Schmerz ein. Gefühlt trifft sie die Wut wie ein Pfeil mitten ins Herz.

 

Das ist es! Genau das ist der Schmerz, der sie so tief verletzt hat!

Auf Nachfrage schildert sie, dass es sich anfühlt, als wenn ein Pfeil, der sie getroffen hat, abgebrochen wäre und nur noch die Spitze steckt in ihr und ihren Schmerz verursacht.

Bei jedem Atemzug spürt sie die eine Stelle zwischen den Rippen, wo die Pfeilspitze steckt.

 

Wir Beide wissen, dass dort keine Pfeilspitze steckt, aber es FÜHLT sich so an!

 

Und irgendwie muss diese Spitze dort herausgeholt werden, damit der Schmerz endlich aufhört.

Ich frage Barbara, ob sie sich vorstellen kann, die Spitze „heraus zu operieren“.  Da sie weiß, dass ich lange Jahre im OP gearbeitet habe, willigt sie ein, eine „geistige OP“  durchführen zu lassen.

 

Rostige Pfeil- oder Speerspitze
Rostige Pfeil- oder Speerspitze

Die bildhafte, geistige Operation in Trance

 

„Bist Du bereit, jetzt die Pfeilspitze gehen zu lassen?“ frage ich sie.

Auf ihr „Ja!“ legen wir los.

Ich bitte sie, sich vorzustellen, wie die Haut großzügig desinfiziert und eröffnet wird. Anschließend gehen wir vorsichtig Schicht für Schicht in die Tiefe, bis wir an die Stelle gelangen, wo die Pfeilspitze steckt. 

Barbara atmet tief ein und ich ziehe die Spitze vorsichtig raus.

Sie bemerkt sofort, dass es sich leichter anfühlt und der Druck weg ist.

Jetzt bitte ich sie, sich vorzustellen, wie die „Wunde“ ausgespült, gereinigt und desinfiziert wird. Zusammen arbeiten wir heraus, was sie zum Reinigen braucht.

„Silber-blaues Licht“ kommt dabei heraus, das reinigt und desinfiziert. Anschließend regt sie mit der Vorstellung von  goldenem Licht die Heilung an.

Auf meine Nachfrage antwortet sie, dass alles gut ist und wir die vorgestellte Wunde verschließen können.

Ich bitte Sie, sich vorzustellen, wie jedes einzelne Gewebe sich aneinander legt, Blutgefäße und Nerven sich wieder verbinden, Schicht für Schicht. 

Die Haut wird zart mit Klammerpflaster verschlossen. Noch ein Pflaster drauf, fertig.

 

Ein abgefahrenes Erlebnis

 

Nach ein paar Momenten, in denen Barbara noch das gute und entspannte Gefühl genießen konnte, leite ich sie an, langsam wieder zurück in den Raum zu kommen und sich zu orientieren. 

Wieder ganz zurück aus der Trance schaut sie mich ganz ungläubig an. „Das ist ja abgefahren! Es hat sich wirklich so angefühlt, als hättest du die Pfeilspitze herausgezogen.“

„Und, wie fühlst du dich jetzt?“ 

„Frei. Noch ein bisschen komisch am Rücken, aber ich kann schon leichter atmen, es sticht nichts mehr.“

Sie genießt das Gefühl und spürt noch einmal nach, was da eben passiert ist. Ganz begreifen kann sie es nicht.

„Das glaubt mir kein Mensch! Dabei hast du doch nichts gemacht, außer mit mir geredet!“ 

„Ja, ich hab nur mit dir geredet, aber dein Körper reagiert, auch wenn du dir intensiv Dinge vorstellst. Das Gefühl, dem wir gefolgt sind, hat uns zum Ursprung geführt und wir haben es dort bearbeitet, die gefühlte Pfeilspitze entfernt und die Wunde gereinigt. 

Deine Aufgabe ist es, so lange du am Rücken etwas spürst, eine Wundversorgung zu machen. Dazu kannst du täglich die Stelle vorsichtig reinigen und mit einem Pflaster versorgen.“

 

 

Hausaufgaben, um selbstständig das restliche Gefühl aufzulösen

 

Barbara hat noch ein paar Wochen nach meiner Anleitung ihre „Wunde“ versorgt. Anfangs mit Pflaster und später hat sie sie nur noch eingecremt. 

Der Schmerz ist dauerhaft verschwunden. 

 

Übergriffige Situationen können jederzeit wieder auftauchen. Wie kann man sich davor schützen? 

 

In einer weiteren Sitzung lernt Barbara, wie sie sich vor zukünftigen wütend ihr entgegen geschleuderten Worten und Giftpfeilen schützen kann. 

Damit ist sie in der Lage, sich in allen möglichen, sie belastenden Situationen, besser umzugehen. 

Das ist aber eine andere Geschichte.

 

 

Möchtest Du wissen, ob ich Dir bei Deinem Problem helfen kann, dann lass uns miteinander sprechen.

 

Ich freue mich auf Dich und Deine Geschichte!

 

 

* Der Name, persönliche Dinge, nähere Umstände und bestimmte Teile der Sitzung habe ich zum Schutz meiner Klientin weggelassen, bzw. verändert.

 

Wichtig: 

Barbara kam erst zu mir, als medizinisch alles abgeklärt war und sie keine Besserung verspürt hatte.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    SAM (Samstag, 18 Januar 2020 08:20)

    Wie wunderbar, was Hypnose kann! Ich selbst hatte leider nicht so ein Glück mit meinem Therapeuten, aber die Geschichte Deiner Klientin ist genial!